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Alles auf Anfang.

Wenn einem ein Shooting so richtig schlimm am Herzen liegt.

…steht irgendwie alles wie auf Anfang. Und ich wurde ganz still.

Ich bin auch sonst nicht die Person, die auffällig laut oder herrlich schrill durch die Welt marschiert. Mit erhobener Brust durch die Straßen streift. Nein, man würde mich wohl er für ein stilles Mauerblümchen (was für ein besch*** Wort!) halten, welches sich ziemlich nichtsaussagend und gedankenversunken durch die Straßen schummelt. Und das ist doch ziemlich amüsant, da ich in den seltensten Fällen wirklich still bin.

Meine Kunden, die mich das erste Mal kennenlernen, würden mich wohl eher als offenen, lockeren und sehr redebedürftigen Menschen bezeichnen ;-). Komisch, wenn man sich in zwei Absätzen hintereinander so unterschiedlich beschreibt, nicht ;-). Denn wenn man mir eine Kamera, eine Location und ein Model gibt, kommt da in mir plötzlich so ein Redefluss ins Brodeln, der irgendwie nicht mehr aufhören will. Zu quatschen und Ideen umzusetzen und einfach eine gute Zeit zusammen zu haben. Das ist auch der Grund, warum ich es wirklich wirklich fantastisch finde zu fotografieren und ich jedes Mal wieder ein besonderes, ja echt zufriedenes Gefühl mit meinem Kameragurt um mich rum trage. Weil es mir so viel gibt. Das ist etwas – Das macht mir wirklich Spaß. Ich bin davon überzeugt und ich will diese Menschen ebenso überzeugen. Die eben genau dort hin kommen, wo ich auf sie warte. Wo ich mit meiner Kamera im Nirgendwo. Ungestyled mit Dutt und darf-dreckig-werden-Klamotten auf sie warte. 

Das ist jedes Mal aufs Neue wieder unfassbar toll und nicht wirklich greifbar für mich. Es ist eben eine mega Wertschätzung an mich und das was ich hier so fabriziere. Deshalb ist mein einziges Ziel an diesen Tagen, dass am Ende jeder MINDESTENS ein kleines Stück glücklicher nach Hause fährt, als er angekommen ist. Wo war ich? Kunden lernen mich immer anders kennen. Anders, als man mich einschätzen würde, wenn man mich auf der Straße, in der Bahn oder an der Uni trifft. Das ist so – ich kann es selbst nicht ändern oder anders beschreiben. Manchmal finde ich es sogar sehr schade. Weil ich mich selbst immer neu überrasche. Dass so ein anderer Gute-Laune- Mensch in mir drin steckt.

Wenn ich nur zur richtigen Zeit mit den richtigen Menschen dem nachgehe, was ich im Moment für das Richtige halte

Nun… und dann war da dieses eine Shooting, worüber ich hier heute erzähle. Weil ich Euch einen genaueren Einblick geben möchte. Weil es einen besonderen Platz einnimmt. Weil es da diesen besonderen Menschen gab, der mir in den Wochen zuvor so schrecklich ans Herz gewachsen ist. Ihr wisst schon, die Menschen, auf die man quasi jahrelang gewartet hat. Wo man andere immer etwas neidisch betrachtete, weil sie ALLE diesen einen besten Freund hatten, mit dem sie so unfassbar vieles teilten, dass es schon fast in schrecklichem Kitsch ausartete. So ein Stück wie beste Freundin und Familie zusammen. Nur noch besser. Diese Menschen, mit denen man es tatsächlich nicht mal schafft, zu streiten. (Haben wir getestet. Hat keine 15 Minuten geklappt. XD)

Es war einfach die Kathie. Und ihr Herzenswunsch. Und ich sollte ihr diesen Wunsch nun erfüllen.

Nun gut. Ich hatte mich quasi selbst eingeladen mit meiner großen Klappe. Und so stand plötzlich das erste Paar Shooting bevor. Zwei Menschen und ihr bezaubernder Hund. Die Menschen im Fokus. Und das alles machte mich so nervös. Das Shooting musste besonders werden. Meine Erwartung an mich selbst war immens groß. Dazu kam, dass ich wirklich noch nie zuvor irgendwas in Richtung Pärchen, Hochzeit oder Ähnlichem gemacht hab. Tja und nun lag der Schwerpunkt nicht mehr auf dem zuckersüßen Hund, der zu den beiden gehört, sondern auf DEREN Geschichte. Und ich sollte die erzählen. Ich! Ich, weil lustig wie ich war, genau das vorgeschlagen habe. ha-ha. Seht ihr, was diese Menschen mit mir machen, wenn ich sie so gerne hab? Nix mehr von Zurückhaltung oder Schüchternheit, ja, ja. 🙂

Und dann saß ich am Abend vor dem Shootingtag mit Kathie im Irish Pub, gaaaaaanz gelassen. Ein Apple Cider folgte dem Nächsten und wir quatschten den ganzen Abend lang, bis wir irgendwann nur mehr mega müde und mit Muskelkater in den Backen nach Hause fuhren. Ich wüsste gerne, wie viele Sätze ich an dem Abend gesprochen habe und ob ich das jemals schon übertrumpft habe. Ich wüsste nicht wann. Mein Wortschatz war quasi aufgebraucht. Reeeestlos. Wahnsinn, echt.  (Kathie, by the way. genialer Abend. Wiederholungsbedarf. Und nach wie vor der beste Cider den ich je getrunken habe.) Noch etwas benebelt und gedankenleer blieb mir abends im Bett nur noch eine Erkenntnis: Aus der Nummer kommste nicht mehr raus.

Am Nächsten Tag stand dann also das Shooting an, die Outfit-Wahl wurde noch festgelegt, ich checkte ob ich meine Speicherkarten hatte, alles leer war, mein Akku voll war, packte meinen Rucksack. Und wiederholte das mindestens noch 5 Mal. Und wieder und wieder. Denn inzwischen hatte sich mein Rucksack ja einen halben Meter vom einen Raum zum nächsten Raum tragen lassen und da hätte ja in der Zwischenzeit die Speicherkarte von meiner Nervosität verschluckt werden können. Oder der Akku plötzlich nur mehr einen Strich statt drei anzeigen können. Weil aufgeladene Akkus nämlich schrecklich gerne Streiche spielen.  Ja. Und mit jeder Minute, die wir der Abfahrtszeit näher kamen, schummelte ich mich gedankenversunken und wie ein stilles Etwas ab und an, irgendwie automatisch, durch die Gegend…

…Saß irgendwann im Auto, auf dem Weg zur Location. Und ich wurde ganz still.


Danke Kathie & David, für Euer Vertrauen, für Eure Engelsgeduld, für diesen absolut gelungenen Auftakt. Denn ihr habt es doch tatsächlich möglich gemacht, dass ich seit diesem Shooting mehr will. Mehr solcher Shootings. Mehr solcher Geschichten erzählen! Mensch, man könnte sagen, ihr habt alles bloß nur noch schlimmer gemacht XD. Ich danke Euch für diesen grandiosen Auftrag und hoffe, ihr seid nicht zum Letzten Mal vor meiner Kamera gestanden.

Hab ich schon erwähnt, wie unfassbar fotogen die beiden sind?

Seht selbst. Ein Auszug meiner Lieblingsbilder.

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